Wie ein Kater durch clickern lernt, sich kämmen zu lassen...

Angefangen habe ich, indem ich Bubble erst einmal gerufen habe und dann geklickt und belohnt habe.

Als nächstes hat er einfache Kommandos wie "Sitz" und "Liegen" gelernt.

Danach hab ich angefangen, ihm die Bürste nur zum schnuppern hinzuhalten und dann "Click + Belohnung". Er sollte vorerst nur lernen, dass die Bürste nicht mehr sein "Feind" ist. Dieses habe ich einige Tage gemacht, bis er gern gekommen ist und nicht gleich geflüchtet ist, wenn er die Bürste gesehen hat.
Dann dachte ich mir, muss ich ihn irgendwie in eine Position zum kämmen bringen, wo er nicht gleich wegrennen kann. Ich habe es erst im Stehen auf dem Bügelbrett oder der Anrichte oder dem Sofa versucht - aber das ging zumindest mit Bubble nicht wirklich gut...
Also habe ich mich für den Schoß entschieden, weil ich dort während der Übung auch mal einen Zwischenknuddler geben kann, wenn ich merke, dass er ungeduldig wird. Dort habe ich mit dem Kämmen vom Rücken angefangen und das auch nur mit der Seite der Bürste, die keine Borsten hat.

Ich wusste aber, dass er Rücken kämmen nicht schlimm findet, weil das am Anfang eigentlich kein Problem war, bis ich Ihn dann ständig mit der Kämmerei am Bauch vergrault habe. Also Katzer auf den Schoß setzen, an der Bürste schnuppern lassen, C +B, Kommando "kämmen", dann ein-zwei Mal Pseudobürsten, dann cklick und den Jackpott (mehrere Leckerlis) und Ende der Übung. Das habe ich immer weiter ausgebaut, bis ich ihn am Rücken wieder normal kämmen konnte. (ging bei ihm allerdings sehr schnell, da er echt verrückt nach den Leckerlis ist!)

Danach habe ich ihn auf den Rücken gelegt und war erst einmal Tage damit beschäftigt, ihn ohne Bürste nur mit den Händen zu "bearbeiten". Die Übung begann dann stets mit rufen, auf den Schoß setzen, Kommando "Kämmen", Rücken bürsten, auf den Rücken legen und am Bauch rumfriemeln. Als er das zulies, fing ich an, die Verfilzungen raus zu schnippeln, habe aber darauf geachtet, dass er nicht verletzt wird und es nicht ziept und am Schluss immer den Jackpott, BEVOR ihn die Geduld verlies. Dann fing ich an nur unter dem Hals zu kämmen (da akzeptiert er es noch ganz gut und habe mich dann langsam an die Vorderbeine und dann
an die Hinterbeine mit dem Kämmen rangewagt und den Bauch aber weiterhin nur durch abschneiden Filzfrei gehalten - aber alles immer ganz behutsam!), weil ich ihn auf keinen Fall wieder verärgern wollte.

Ich musste dann im Laufe der Zeit feststellen, dass es besser klappt, wenn ich die Reihenfolge der zu kämmenden Bubble-Teile ändere. Er mag es lieber erst auf dem Rücken zu liegen. Wir fangen jetzt also mit dem Hals an, dann die Hinterbeine, dann den Bauch, das linke Vorderbein, dann das Rechte dann umdrehen auf den Bauch und dann den Rücken und dann den Jackpott mit einem cklick vorher.

Das muss man wahrscheinlich flexibel rausfinden - jede Katze ist ja anders....
Es klappt natürlich nicht jeden Tag gleich gut... aber wir kommen wirklich viel besser zurecht.

Das ganze hat ca. 4 Monate gebraucht, da ich die Übung grundsätzlich NUR EINMAL AM TAG MACHE!

Ich will seine Geduld nicht überstrapazieren. Eine Zeit lang ist er nämlich schon immer vor mir geflüchtet, weil er jedes Mal dachte, dass ich ihm wieder mit dem Kamm zuleibe rücken werde, wenn ich ihn auf den Arm nehme. Ich achte auch drauf, dass er entspannt ist und nicht gerade in Spiellaune - dann wird das NICHTS! Natürlich ist es auch wichtig zu merken, dass er gern mitmacht. Im Großen und Ganzen kann ich nur sagen, dass es sich sehr bewährt hat, die Übung mit einem Click zu beehnden, BEVOR Bubble keine Lust mehr hat! So schließe ich möglichst jede Übung mit einem postiven Ergebnis ab!Es gab auch Übungen, die musste ich abbrechen weil er ohne Vorwarnung total ausgerastet ist. Dann gab es kein Leckerli und ich habe für den Tag die Übungsutensilien einfach weg gestellt und ihn nicht belohnt. Das war aber eher die Ausnahme! Wir mussten uns also beide auf die Clicker-Kämm-Übung einstellen und flexibel weiter ausarbeiten. Auch jetzt läuft noch nicht jede Übung optimal, aber da er mich jetzt verwarnt, kann ich ihn dann gleich umdrehen und die Übung mit Rückenkämmen beenden und dann halt durch clicken später mit einem positiven Ergebnis abschließen.

Im Laufe der Zeit hat er sich sogar einen neuen Platz zum kämmen ausgesucht. Der Schreibtisch im Büro. Er kommt jetzt von allein uns schmeisst sich auf meine Tastatur. Wenn er so entspannt ist und auch genug gekuschelt hat, ist es überhaupt kein Problem ihn zu kämmen. Manchmal geht es inzwischen sogar ohne clicker.